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Die Rede des Vorsitzenden des Bezirksausschusses Witzhelden, Volker Jung:
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste des Erntedankfestes, liebe Witzheldenerinnen und Witzheldener,
wir alle haben wohl in den letzten Tagen verstärkt die Wetterkarten verglichen und auch oft gen Himmel geschaut. Es war nicht unbedingt schönes Wetter angekündigt, aber wir hatten Glück,
sehr viel Glück, ich würde sagen, das Glück der Tüchtigen. Am Samstag sollte es Dauerregen geben, aber wir hatten einen tollen Nachmittag und Abend - Stimmung pur.
Viele waren aus den umliegenden Städten angereist - Witzhelden ist eben besonders zu Erntedank eine Reise wert.
Heute dann Sonnenschein und fast frühlingshafte Temperaturen, was kann es für den Festzug Schöneres geben.
Ziemlich pünktlich startete der Zug um halb zwei, und schlängelte sich dann durch eine
begeisterte Menschenmenge. Die über 40 Mottowagen und Fußgruppen wurden immer wieder mit Applaus der vielen tausend Besucherinnen und Besucher bedacht, - mit Recht.
Das begann mit den Reitern und Amazonen des RSV Witzhelden, und dem Bürgermeister Ernst Müller auf seinem Trecker vorab. Letzterer hatte Besuch aus England mitgebracht, den Bürgermeister der
Partnerstadt Henley on Thames. Der sagte auf das Erntedankfest angesprochen: “I think today is Witzhelden-Day.” Ich konnte mir die Bemerkung “Every day is Witzhelden-Day”, nicht verkneifen.
Den Bürgermeistern folgte unsere strahlende Erntekönigin Sylvia Specht mit Gefolge. Einer Königin angemessen sprühte der Festzug nur so von Ideen, Witz und gestalterischem
Können. Das Motto “Tradition und Lebensfreude in Witzhelden” hatte viele Gruppen inspiriert, aber die Lebensfreude hatte wohl Vorrang.
Lebensfreude, die sich der Lauftreff auf die Fahnen geschrieben
hatte: “Wir Lauftreff Gärtner hier und heute sind immer voller Lebensfreude.” Da waren kleine Pflanzen unterwegs und kleine und große Raben. Viele Kinder mit geschmückten Fahrrädern und herumschwirrende
Bienchen zeigten, dass auch die Jugend immer im Festzug dabei ist. Kegeln muss nicht nur auf der Kegelbahn stattfinden. Davon zeugten die DHG (auf Nachfrage Drei habens gesehen) und die Flotten Jungs.
Der
Tippes Yachtclub bot Liegeplätze an der Balker Aue an. Und bei Hochwasser hieß es: “Witzhelden hat nasse Füße, Leichlingen steht das Wasser bis zum Hals.” Wie immer wurde voll Lebensfreude gefeiert. Entweder
im Witzheldener Freundschafts-Club der Neu-Krähwinkler oder bei den Desperate Housewifes, bei der Wasser-Wacht-Witzhelden, die wohl mehr mit Kölsch zu tun hatte, im Flamerscheider Gemüseparadies oder bei der
Apres-Ski-Party. Tolle Ideen ohne Ende.
Wer hätte gedacht, dass Witzhelden die Probleme der NASA lösen wird. Mit den Witzheldener Schiefer Hitze Kacheln wir es in Zukunft im Weltraum kein Verglühen mehr
geben. Der Shuttle kommt sicher zur Erde zurück.
Besonders begrüßt haben wir unsere Gäste aus der Klingenstadt Solingen. Ein besondere Gruß geht zu den Balkestalern. “Auch jenseits der Wupper findet man das Erntedankfest super”.
“Die größte Lebensfreude auf Erden, vom Witzheldener Reisbrei verzaubert zu werden.” Wer konnte dem widersprechen. Vielen Dank an die vielen flinken Helferinnen und Helfer, die uns jedes
Jahr mit den traditionellen Reisbreischnitten versorgen.
Bei einem Stopp am Wendepunkt Kuhle sprachen wir vom Wagen aus mit einer Dame, die uns nach Reisbreibuttern fragte. Unser Hinweis: “Die kommen noch,” führte schnell zum Erfolg, denn nach
der Wende hatte sie 3 Buttern auf der Hand und ließ sie sich schmecken. “Ich hab mir das Rezept ausgeschnitten,” sprach sie uns wieder an. “Da kommt ja auch ein Schnaps rein, so unsere Rezeptergänzung. Die
Dame stutzte und sagte dann:”Ich merk aber nix vom Schnaps.” Na ja, auf die große Menge bezogen auch kaum möglich. Eine Episode am Rande.
Natürlich durfte auch die Politik im Erntezug nicht fehlen. Vom Lokalkolorit: “Seit 30 Jahren die Leichlinger Sirenen locken, der Witzheldener aber bleibt im Höhendorf hocken” mit einem
durch Hühnerdraht geteilten Ehebett bis zur aktuellen Bundestagswahl mit Ampel, Schwampel oder Jamaica: “Ob Ampel oder Jamaica, Erntedank geht weitaa.” Reim dich oder...
Auch die weite Welt war wieder im Festzug vertreten. Aus dem Urwald schallte es:”Hat der Mann ein Tier erlegt, hat`s die Frauen sehr erregt.” Easy Rider Gerd Hoffmann war wieder unterwegs
und auch Ludwig XIV. ließ grüßen: ”Lebensfreude für den Adel, Tradition für das Volk, Adel an die Macht, Monarchie wählt nie.” So war das halt damals. Toller Wagen, tolle Kostüme.
Etwas zeitlich vorweggenommen war der große Weihnachtsbaum und waren die vielen Nikoläuse und -läusinnen. In Witzhelden ist alles möglich.
So erstand auch wieder die sagenumwobende Ritterburg der Ritter vom Berge. “Wir sind das lustvolle Erbe der edlen Ritter vom Berge,” hieß es hier mit Betonung der lustvollen Ritter. Im
Übrigen wurden mit dem Katapult nur Erdnüsse verschossen.
Die Tradition hatte wie so oft im Sieferhof ihren besonderen Platz: “Traditionell in Witzheldener Landen auf den Wiesen die Heuböcke standen. Nach der Arbeit ein Fest im Heu, mit Lebensfreude
sind alöle dabei. Frage von Radio Berg beim Interview auf dem Sieferhof:”Da hatten die Kinder aber früher im Heu viel Spaß?” Antwort: ... nicht nur die Kinder.
Und dann gab es die Wahl der Miss Witzhelden. Von Altenbach bis Wolfstall konnten die Zugteilnehmer und Gäste unter 18 Kandidatinnen wählen, eine schöner als die andere. Wenn man dann aber
den Herzchen-Stimmzettel abgeben wollte hieß es: “Den nehm ich nicht, da bin ich ja nicht angekreuzt.” Alle fragen sich natürlich jetzt:”Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im
Witzhelden-Land?”
Da gibt es nur eine Antwort: Sylvia Specht, unsere Erntekönigin!
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