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Witzhelden ist ein Königreich (RP) Die Witzheldener können feiern. Die „Gute-Laune-Polonäse“ zum Erntedank-Fest bildete den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Dafür wurden die vielen fröhlichen Lück vom Oberdorf und die Zuschauer auch mit schönem Wetter belohnt. Ein Streifzug um den Umzug. Auf der Landstraße 255, mitten in Metzholz, ging ein Riss durch die Leichlinger Welt. Die aufgebaute Straßensperre hinderte an der Weiterfahrt in Richtung Witzhelden. Der Stadtteil sagte sich gestern von Leichlingen los. Als Stadtoberhaupt regierte König Thomas I. (Jagieniak) und ließ sich durch die Straßen chauffieren. Seine Leibgarde führte der ehemalige Leverkusener Klinikum-Chef Günther Kempkes an, und rund um die neue Majestät verrichteten Zollbeamte ihren Dienst, indem sie Visa ausstellten. Wer die Gunst von König Thomas I. und seinem Gefolge erlangte, bekam wahlweise einen Stempel oder einen Aufkleber mit dem Prädikat: „Echter Witzheldener“. Es war die Abordnung vom Sieferhof, die zum Erntedankfest rund um ihren Wagen das freie Königreich ausriefen. Auch davor und dahinter mangelte es den Teilnehmern des Festumzuges gestern nicht an schönen Ideen. Rund 40 Wagen, Fußgruppen und Reiter reihten sich zu einer langen Gute-Laune-Polonäse auf und machten den Umzug auch diesmal wieder zum unbestrittenen Höhepunkt der Festlichkeiten – obwohl am Abend mit der Gruppe Brings noch ein richtiger Stimmungsmacher aus der Domstadt auf dem Marktplatz auftrat. Allerdings gehörte die Bühne zunächst ausschließlich dem bunten Festzug, der sich vielfach der Vergangenheit und dem Motto: „Su wor et, su is et, su sall et bliewen“ verschrieben hatte. Mobiles Klohäuschen Neben Obstmarkt und Erntedankfest zog auch die Innenstadt gestern einige Besucher an. Ein Großteil der Geschäfte beteiligte sich – oftmals bunt geschmückt und mit Außenständen – am verkaufsoffenen Sonntag. Zudem waren elf alte Traktoren im Brückerfeld zu einer kleinen Trekker-Ausstellungen aufgereiht worden. Hinter dem ersten Wagen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins – von dem mit Ernst Müller das wahre Stadtoberhaupt herunterwinkte – nutzten viele Einrichtungen und Vereine den Umzug, um mit tausenden Besuchern ein Fest der guten Laune zu veranstalten. Da feierte die „Ährengarde Witzhelden“ ihren 30. Geburtstag und wurde damit bereits halb so alt wie das Leichlinger Ernstdankfest. Dem Liederkranz Metzholz, der das Singen diesmal dem Interpreten vom Band überließ, ging eine (Holz-)Kuh mit einem Fass um den Hals voraus. (Lawinenopfer gab es gestern aber keine zu bergen.)
Badetag: Bei sonnigem Wetter hatten sich diese jungen Männer – unterwegs Daneben hatten sich erneut viele Privatleute Gedanken über ihren Stadtteil gemacht. Sie ernannten Witzhelden „zum schönsten Nest der Welt“ und flogen engelsgleich mit vier Flügeln drumherum. Ein Freundinnen-Kreis schlüpfte in schwarz-gelbe Bienen-Kostüme und schwang sich auf zu einem letzten Summen vor der kalten Jahreszeit. Und ein Patent-Rezept gegen Wildpinkler wurde auch präsentiert: ein mobiles Klohäuschen auf vier Rädern. Drei Geschäfte sollten einen Euro kosten. Blöd nur, dass ständig besetzt war. Die Gäste am Rand der Hauptstraße konnten wieder reiche Beute machen – aber deutlich kalorienreduzierter als zu Karneval: Es gab zwar auch einige Süßigkeit, aber vor allem viel gesundes Obst sowie Reisbrei und Schmalzbrote. Im übrigen war die Regentschaft von König Thomas I. nicht unumstritten. Denn nur zwei Wagen hinter dem Trupp vom Sieferhof rollte ein
weitere Majestät durchs Höhendorf. Bernardine I. ließ sich ebenfalls hofieren und chauffieren. Ausgerufen von den Handballern der vierten
Mannschaft des TV Witzhelden stellte sie unter Beweis, dass Königinnen auch mit vollem Backenbart daherkommen können.
Ein Bild mit Hinschaueffekt: Der Fisch im Wappen sieht leicht unterernährt aus...
Der Regent von Witzhelden: König Thomas (Jagieniak) unter dem Schutz der Leibwache |
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Fotogalerie: Plötzlich kamen Brings WITZHELDEN
Beim Erntedankfest gab es gestern Abend eine große Überraschung. Auch der Festzug begeisterte die Besucher. Auf dem offiziellen Programmplan war es nur ein kleiner Hinweis für 18 Uhr gestern Abend, die Leser hatten wahrscheinlich an einen Rechtschreibfehler gedacht: „60 Jahre Erntedank – Wir brings nach Witzhelden“, stand da ganz unauffällig. Was sich hinter diesem Programmpunkt verbarg, war eine riesengroße Überraschung: Die Kölschrock-Band „Brings“ heizte den Besuchern des Witzheldener Erntedankfestes mächtig ein, ein paar Stunden vor dem Ende der diesjährigen Veranstaltung wurde bei dem einen oder anderen Bierchen noch einmal kräftig eine Stunde lang im Takt geschunkelt. Schon am Samstag hatte es die Feierwütigen aus dem ganzen Bergischen Land ins Höhendorf gezogen – und das trotz des nass-kalten Wetters. „Mir macht das gar nichts aus, ich bin jedes Jahr dabei“, sagte Markus Sablonski, der mit seinem Sohn nachmittags bei der unter anderem von der Jugendvolkstanzgruppe Wermelskirchen unterstrichenen Eröffnung war und nach einer Karussell-Tour und einer kleinen Mahlzeit abends nochmal zurückkam und mit Freunden feierte. „Wobuklax“, eine Leichlinger Band, spielte da auf dem Marktplatz und begeisterte die in Regenjacken eingepackten Zuhörer. Tags darauf meinte es Petrus besser mit den Witzheldenern, und so schien beim großen Festzug unter dem Motto „Su wor et, su is et, su sall et bliewe“ (So war es, so ist es, so soll es bleiben) die Sonne. Die einzelnen Wagen zeugten von großer Kreativität bei der Bemalung und dem Schmuck, auch viele Mitfahrer waren bunt verkleidet. Die Zuschauer am Streckenrand hatten jedenfalls ihren Spaß. |

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Kölner Stadtanzeiger vom 1.10.07 |
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Rheinische Post vom 1.10.07 |
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Solinger Tageblatt vom 1.10.07 |