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Mit löchrigem Rasen durch Witzhelden
Leichlingen - „Ob Regen oder Sonnenschein - Erntefest muss sein“. Das war das Motto des Erntedank- und Heimatfestes am vergangenen Wochenende in Witzhelden. Und die Witzheldener nahmen es ernst. Beim Höhepunkt des Festes, dem Umzug am Sonntagmittag, regnete es wie aus Eimern, nein, wie aus Speisbütten und trotzdem herrschte im Ort eine Superstimmung. Aufstellung Der Festzug bestach mit tollen Ideen und mit wahrlich üppigem Herbstschmuck. Das Pilgerheim Weltersbach rockte zu „Paint it black“ von den Stones, Mönche priesen ihr Erntebräu-Bier an und Omas brachten so richtigen Schwung in die ganze Sache. Der Witzheldener Notruf auf seinem Tandem machte den Ort unsicher, und die Fröschlein waren bei diesem nassen Wetter so ganz in ihrem Element. Ein Golfplatz muss sein, zumindest beim Erntefest-Umzug, und so wurde ein Stück Rasen mit Löchern drin durch den Ort gekarrt. Ob Chöre oder Kinder, ob Landjugend oder Deutsches Rotes Kreuz, sie alle waren präsent und zeigten sich und ihre Ideen. Prima das Motto des Jungunternehmer-Stammtischs, der die Bankenkrise auf die Schippe nahm: „Wenn die Spreu zockt, dann brennt der Weizen.“ Wie Karneval Bereits der Samstag hatte in Witzhelden ganz im Zeichen des Festes mit Musik und Tanz gestanden. Und auch der Festsonntag war mit dem Umzug noch lange nicht zu Ende. Erntekönigin Melanie Lowag verkaufte die Dekoration des Erntewagens, Witzheldener Nachwuchsgruppen zeigten ihr Können und rockten so richtig ab. Am Abend dann der große Zapfenstreich auf dem beleuchteten Marktplatz, mit dem der nasse Spaß beendet wurde. |
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Kölner Stadtanzeiger vom 6.10.08 |
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Höhendorf im Stimmungshoch VON ROMAN ZILLES
WITZHELDEN Die Gruppe um Nikolas Hammerstein war nicht komplett. „Ein paar haben abgesagt“, berichtete der Witzheldener, bevor er Platz nahm in seinem grünen Golfwägelchen. Ihm zur Seite standen noch sieben Freunde aus dem Höhendorf, die gemeinsam ein wenig die Lokalpolitiker „anpieksen“ wollten (Hammerstein). Ein kleines Grün hatten sie gebastelt und sich in Golfer-Montur geworfen. Dass ihr Vortrag im beständigen Regen stattfand, „macht uns nichts aus“, versicherte Hammerstein. „Ich bin klatschnass, aber fröhlich.“ 45 Gruppen und Wagen So wie er nahm gestern ganz Witzhelden keine Rücksicht auf schlechtes Wetter. Trotz mäßiger elf Grad, Wind und Regen herrschte beim Erntedank-Umzug im Höhendorf ein Stimmungshoch. Schließlich hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) sich und seine Gästen für das Motto „Ob Regen oder Sonnenschein – Erntedank muss sein“ verpflichtet. Zwar schlossen sich die Reihen entlang der Zugstrecke nicht ganz so dicht wie bei trockenen Ausgaben. Und zwar nahmen mit 45 Gruppen und Wagen eine Hand voll weniger als sonst teil. Aber die, die gekommen waren, hatten sichtlich Freude an den vielen lustig-hübschen Ideen der Wagenbauer und Kostümschneider. Die Mitglieder der „Ährengarde Witzhelden“ verwandelten sich bei ihrer 31. (!) Teilnahme in Indianer vom Stamm der „Witzitous“; die Siefer-Hof-Gruppe widmete sich zu ihrem 25-Jährigen einem Rückblick auf ihre vergangenen Auftritt beim Umzug; der TV Witzhelden III bereicherte – wie die Abordnung aus Krähwinkel – Witzhelden um eine eigene Biersorte; die Leichlinger Jungunternehmer traten Gerüchten entgegen, dass es neben der Bank- auch eine Erntedank-Krise gibt. Wie diese Abordnungen sorgten viele weitere Vereine, Einrichtungen und private Freundeskreise für kreative Farbkleckse im trüben Grau in Grau des Wetters. Ohne Beschwerden und Krawall Am Rande des Zuges drittelte Rolf Schneider vom Erntedank-Arbeitskreis des VVV sein Lob: für Teilnehmer, Besucher und die rund 200 Helfer. „Wir sind natürlich glücklich, dass es zumindest zum Festauftakt am Samstag trocken geblieben ist“, sagte Schneider. Da gab es ab dem frühen Abend rund um den Marktplatz bei Live-Musik kaum ein Durchkommen. Als Schneider um vier Uhr früh die Party verließ, „war ich nicht der Letzte“. Er freute sich gestern, dass – außer dem Regen – unschöne Randerscheinungen ausblieben: Weder Beschwerden von Anwohnern noch Krawall habe es bis zum späten Nachmittag gegeben. Am Abend sollte das Fest mit einem Zapfenstreich zu Ende gehen. Für die Organisatoren beginnen damit die Vorbereitungen für das kommenden Jahr. Eines sollte nach Meinung von Sigrid Weltersbach, Erntedank-Königin von 1998, fest in den Statuten verankert werden: „Das sollte das letzte Mal gewesen sein, dass das Wort ,Regen’ im Motto vorkommt. Das bringt offenbar kein Glück.“ |
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Rheinische Post vom 6.10.08 |
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Im Motto nie wieder „Regen“
Schirme, Regenjacken, Gummistiefel, Zelte in den Vorgärten – die Bergischen hatten vorgesorgt und wärmten sich von innen mit Korn und von außen mit Heizstrahlern. Ein Wirt schenkte gar Glühwein aus. Erntekönigin Melanie Lowag lächelte auch noch fröhlich, als die Ährenkrone an ihrem Wagen längst schlapp herunterhing. Bürgermeister Ernst Müller hielt ihr wacker den Schirm. Sigrid Weltersbach vom Arbeitskreis kommentierte das Treiben aus ihrer Erfahrung: „Bei Regen ist es eben ein großes Insiderfest.“ „Wenn die Spreu zockt, verbrennt der Weizen“ Ob Wetter oder Bankenkrise, die 45 Gruppen griffen wieder aktuelle Themen auf. Die Jungunternehmer texteten: „Wenn die Spreu zockt, verbrennt der Weizen.“ Sie verteilten Kamelle mit einer Dreschmaschine. Das Pferdeland Leide hatte an seinem Wagen ein Holzpferd in Gummistiefeln befestigt, und die altertümlichen Omas vom Lauftreff Witzhelden schützten sich mit Regenschirmen. Die grüngekleideten Frauen der „Witzheldener Krötenwanderung“ munterten sich triefnass auf mit dem Lied: „Wir haben die Haare schön.“ Und die beiden Männer, die in einem Boot dem „Witzitou“ -Indianerwagen folgten, hätten beinahe wirklich genug Wasser zum Paddeln gehabt. Doch da ihr Kajak unten offen war, ging es für sie zu Fuß durchs Dorf. Stimmung brachten die stark gealterten Witzheldener Rolling Stones um den Kommunalpolitiker Volker Jung auf den
Marktplatz. Obwohl plötzlich ergraut, wollen sie noch mit 80 am Erntezug teilnehmen, kündigten sie an. Bei Ochs am Spieß
hatten die Höhendörfler am Samstagabend den Marktplatz zur Partyzone gemacht. Bis in den frühen Morgen spielte die Musik weiter. |
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Solinger Tageblatt vom 6.10.08 |