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Sagenhaftes Brachhausen
Der Hof Brachhausen
Auch diese Witzheldener Ortschaft wurde bereits sehr frĂŒh urkundlich erwĂ€hnt. Im Heberegister des Stiftes Gerresheim ist vorgemerkt, dass im Jahre 1218 ein âHartleyf de Brachusenâ
dorthin abgabepflichtig sei. Das es sich hierbei um den Inhaber des Gutes Brachhausen handelte, liegt nahe, da unmittelbar vorher in derselben Rolle ein âGuntherus de Bechusenâ aufgefĂŒhrt wird.
Belegt ist jedoch eine Erbpachtverschreibung aus dem Jahre 1359, wonach Brachhausen im Besitz des Grafen Godhart zu JĂŒlich, von dem Berg und Ravensberg war und er den Hof Brachhausen an einen Schmied Namens
Tilmann von Eyperkausen
(Eipringhausen bei Wermelskirchen) verpachtete. Als Pachtzins musste am St. Martinstag oder spĂ€testens vier Wochen danach 14 Malter guten Hafer gezahlt werden. Gleichzeitig mit dem Hof hatte sich der PĂ€chter auch um die grĂ€flichen Waldungen zu kĂŒmmern, da der Hof gleichzeitig auch Jagdgut war. Als EntschĂ€digung erhielt der PĂ€chter das Recht Holz fĂŒr Brand und ZĂ€une zu fĂ€llen
.
Wie bei anderen GĂŒtern auch, so wurde der Hof in Brachhausen im Laufe der Zeit geteilt. Im Jahr 1590 werden schon drei Höfe mit den PĂ€chtern Birtz Johan, Henrich Tesch und Ermert Becker
erwĂ€hnt. Wobei der vorgenannte Pachtvertrag weiterhin gĂŒltig blieb. Erst im Jahre 1832 wurden mit den damaligen Besitzern, Hermann Peckelein, Johann Heinrichs, Heinrich W. Peters, Joh.
Peter Houtz und Peter Joh. Wilms, AblösevertrĂ€ge geschlossen. Bis es soweit war vergingen noch drei Jahre. Entsprechend zahlten die EigentĂŒmer bis zu diesem
Zeitpunkt Ihrem Anteil angemessen immer noch den Wert von 14 Malter Hafer, wobei irgendwann die auf Brachhausen lastende Haferrente durch Geld abgelöst wurde.

Eines der Àltesten FachwerkhÀuser in Witzhelden
  1832 gab es in Brachhausen 9 WohnhÀuser mit 42 Einwohnern. Der Familie Peters gehörte
der alte Jagdsitz, welcher in den Jahren 1987 bis 1989 renoviert wurde, von dem jetzigen Besitzer Karl Zimmermann durchgefĂŒhrt. Das Haus wurde schĂ€tzungsweise im ersten
Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts errichtet. Es ist eines der Àltesten FachwerkhÀuser in Witzhelden. Das Haus weist die typischen Merkmale eines mitteldeutschen
Querdielenhauses auf. StĂ€nderbauweise mit Ankerbalken, ĂŒberlattete Streben, fehlen einer Kaminwand, sowie Spuren einer RauchbĂŒhne. Bei der Restaurierung wurde Wert auf
ursprĂŒngliche Materialien gelegt; Bruchstein fĂŒr Keller und Sockel, Lehmausfachung, Hohlpfannen mit Strohdecken, kleine Fensterformate mit Bleisprossen und Kalkputz innen
und auĂen. Das Ergebnis ist in Brachhausen zu bewundern..
Eigene BegrÀbnisstÀtte in Brachhausen?
Vor dem Kellerloch eines anderen Hauses in Brachhausen wurde die HĂ€lfte eines alten Grabsteines als Schutz benutzt. Viel konnte man nicht erkennen, da der Stein
leider zerbrochen war. Es war jedoch ein unbekanntes Wappen zu erkennen, welches keinem bekannten Rittergeschlecht zugeordnet werden konnte.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass es sich um ein Hauswappen handelte. Der Brauch solcher Zeichen ist schon uralt. Da es um 1200 in Witzhelden noch keine
geschlossene Dorfsiedlung mit Kirche und Friedhof gab,besteht die Möglichkeit, dass zum Hof eine eigene BegrÀbnisstÀtte gehörte. Man könnte auch von der
Annahme ausgehen, dass dieser Grabstein auf dem alten Witzheldener Friedhof stand und bei AbrÀumung des Grabes von spÀteren Nachkommen wieder nach
Brachhausen geholt wurde. Heute findet man diesen Grabstein leider nicht mehr in Brachhausen. Es wurde aber ein weiterer Grabstein gefunden, auf dem die
Jahreszahl 1675, sowie der Name Johann Jochen zu Brachhausen zu lesen ist.
Geschichten und Sagen
Um die Ortschaft Brachhausen ranken sich noch weitere Geschichten und Sagen.
So sollen in den WÀldern rings um Brachhausen in der ersten HÀlfte des 18. Jahrhundert noch Zigeuner in Erdlöchern gelebt haben. Die Sage jedoch bevölkert
diese Erdlöcher mit Zwergen. Diese Unterirdischen waren den Einwohnern von Brachhausen gefÀllige Nachbarn. Mangelte es den dortigen Bewohnern an Hausrat,
so entlieh man denselben von den Zwergen. Die Menschen waren den kleinen Leuten aber auch dankbar fĂŒr ihre GefĂ€lligkeiten. Brachten sie z.B. einen groĂen
Kessel, dessen sie oft bedurften, so lieĂen sie fĂŒr die Zwerge einige WeiĂbrote darin zurĂŒck. Einmal vertauschte aber ein böser Bube die Gottesgabe mit einem
ungenieĂbaren Haufen. Das erregte den Zorn der Zwerge, sie verwĂŒnschten nun das Gehöft, solange Brachhausen existieren wĂŒrde, sollte es nicht ohne einen lahmen Menschen sein.
Ob es wirklich einmal so war?
Brachhausen heute: Startpunkt fĂŒr AusflĂŒge und Wanderungen
Brachhausen ist heute, wie viele Ortschaften, reine WohnstĂ€tte fĂŒr Menschen, die auĂerhalb arbeiten. Die Ortschaft liegt am Rand des groĂen Waldgebietes rund um
die Sengbachtalsperre. Es ist beliebt bei vielen AusflĂŒglern, die zur Sengbachtalsperre oder nach SchloĂ Burg wandern und die Natur genieĂen wollen. Brachhausen
ist ein Startpunkt der vielfÀltigen Wanderrouten um das Höhendorf Witzhelden.
Quellen: StraĂen und Ortschaften in Leichlingen/ Sagenhaftes Leichlingen â H.W. Hinrichs, Kölner Stadtanzeiger 7.10.1987, Archiv Lore May
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