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Alles, nur kein Popstar Torsten Jansen steht für Effektivität und Erfolg von Erik Eggers Er stand in der Nationalmanschaft lange im Schatten von Kult-Handballer Stefan Kretzschmar, der auf der Linksaußen-Position gesetzt war.
Bei der WM 2007 war Torsten Jansen mit Weltklasseleistungen in Abwehr und Angriff ein Garant für den Titelgewinn. Gemeinsam mit
Routiniers wie etwa Markus Baur zählt er zu den größten Hoffnungsträgern für die anstehende EM (17.-27. Januar in Norwegen). Sonderlob vom Trainer Als Deutschland nach dem 29:24-Sieg zum dritten Mal Weltmeister geworden ist, hat Jansen acht Tore in acht Versuchen dazu beigesteuert. Über das ganze Turnier hinweg traf er mit 90 Prozent seiner Würfe ins Schwarze, eine sensationelle Quote. Viele attestierten ihm, da er auf der halblinken Abwehrposition jeden seiner körperlich meist überlegenen Gegenspieler neutralisierte, das Turnier seines Lebens. "Was Toto in Abwehr und Angriff geleistet hat, ist phänomenal", staunte Brand. Warum der Kroate Ivano Balic anschließend zum wichtigsten Spieler der WM gewählt wurde und nicht Jansen? Das bleibt den Kennern des Handballs bis heute ein Rätsel. Wenn am 17. Januar die Europameisterschaft in Norwegen beginnt, wird der 127fache Internationale dennoch nicht im Fokus der Medien stehen. Auch bei den ersten Tests am Samstag und Sonntag gegen EM-Teilnehmer Montenegro fällt das gleißende Licht zumeist auf andere. Auf den schillernden Rückraumstar Pascal Hens etwa, mit dem Jansen beim HSV Hamburg eine Achse bildet, die sich blind versteht. Oder auf Torwart Henning Fritz, dessen Wiederauferstehung bei der WM die Fans verzückte. Und natürlich auf Bundestrainer Heiner Brand, das Gesicht dieser Mannschaft. Infobox Baur und Jansen im sportstudio Nach ihrem ersten von zwei Spielen gegen Montenegro machen sich Kapitän Markus Baur und Torsten Jansen auf nach Mainz ins " aktuelle sportstudio. " Die beiden Weltmeister werden mit Moderator Wolf-Dieter Poschmann über die bevorstehene EM sprechen und die Veränderungen im deutschen Handball nach dem Gewinn des WM-Titels vor nicht ganz einem Jahr analysieren. Aber Jansen ist die geringere Aufmerksamkeit ganz recht, entspricht es doch seinem zurückhaltenden Naturell. Dass die "Nachfrage nach unserem Sport viel größer war nach der WM", das freut ihn natürlich. Aber von den Spekulationen und Urteilen der Medien lässt er sich ohnehin nicht aus der Fassung bringen. Wenn nun die Öffentlichkeit von den Weltmeistern erwartet, auch den zweiten EM-Titel nach 2004 nach Deutschland zu holen, ist ihm das fast egal. "Was die anderen sagen", versichert er, "interessiert mich wenig". Gegenentwurf zu Kretzschmar Man könnte Jansen als krassen Gegenentwurf zu Stefan Kretzschmar, seinem Vorgänger auf der Linksaußenposition, bezeichnen. Kretzschmar ist schrill, ein Popstar des Handballes - Jansen ist maximal zurückhaltend, introvertiert. Kretzschmar suchte die Schlagzeilen auch beim Boulevard, so wie mit seiner einstigen Freundin Franziska van Almsick - von Jansens Privatleben ist fast nichts bekannt, außer dass er im Dezember 2006 erstmals Vater geworden ist. Kretzschmar machte sich über die Folgen seiner lockeren Sprüche wenig Gedanken - Jansen wägt seine Antworten stets ab. Und dann gibt es noch diesen Unterschied, den man angesichts der auseinanderdriftenden Medienpräsenz kaum für möglich hält: Kretzschmar hat mit der Nationalmannschaft nie einen Titel geholt - Jansen ist Weltmeister und war 2004 Europameister. Überhaupt gilt Jansen als der effektivere, der zuverlässigere Handballer. Ein Spieler "ohne Nerven" Während Kretzschmar gegen große Torhüter in entscheidenden Lagen oft zitterte, bleibt Jansen ganz cool. Jansen sei ein "Spieler völlig ohne Angst und ohne Nerven", jubelte die Süddeutsche Zeitung nach dem WM-Finale. Reflektierter ist der Nachfolger Kretzschmars allemal. "Nur Handball, das wäre nichts für mich", sagt Jansen, der in der Nähe Leverkusens, beim TV Witzhelden, die ersten Bälle warf. Deshalb studiert Jansen auch Internationale Politik und Geschichte an der Universität Oldenburg, ein Fernstudium, das sich freilich wegen des Leistungssports in die Länge zieht. Besonders interessiert er sich für die jüngere deutsche Geschichte. Während der Vorbereitung wird er, sofern die Zeit da ist, für eine anstehende Zwischenprüfung lernen. Und in Norwegen wird er wieder alles daran setzen, selber Geschichte zu schreiben. |

