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Kölner Stadtanzeiger vom 14.5.09 |
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Witzhelden Das Dorf ist wirklich auf der Höhe Von Hans-Günter Borowski Ein mittelalterlicher Kirchturm und ein Marktplatz voller Fachwerk, zwei Funktürme und ein Windrad: Witzhelden verbindet Historie und Moderne. Die Ureinwohner jedenfalls sind stolz auf ihr Heimatdorf.
Aber es gibt auch die andere Seite des „Höhendorfs“, der höchsten Erhebung Leichlingens. Dessen Ureinwohner sind so stolz auf ihr Heimatdorf, dass sie den Hang haben, zuweilen abschätzig auf die „Unterstadt“ herab zu blicken, von der aus sie seit 1975 regiert werden. Die Satelliten-Siedlung am Nordrand ist ein Fremdkörper in der bergischen Hügellandschaft geblieben, auch wenn sie „Am Sonnenhang“ liegt. Die Trostlosigkeit am westlichen Ortseingang, zwischen der abblätternden Fassade der „Alten Post“ und der Laderampe am „Schlecker“ -Parkplatz, hinter der sich neuerdings ein Künstler eingenistet hat, kündet von den wirtschaftlichen Problemen. Der Verkehr, der auf den Landstraßen unablässig durch das kleine Hügeldorf braust, ist eine rechte Plage. Im Ortskern halten es die letzten Bewohner, die hier noch ausharren, an den Wochenenden, wenn die Motorradfahrer durch diese Perle des Bergischen Landes knattern, kaum aus. Leere Schaufenster vermehren sich - leider. Aber Witzhelden hält durch. Das Windrad der Telekom - es war das erste weit und breit - ist ein Symbol der Moderne, das es ebenso wie Fernsehsender und Funkturm zu einem der neuen Wahrzeichen des alten Dorfes gebracht hat. Übers ganze Rheinland schweift der Blick vom Standort des rot-weiß-geringelten, 202 Meter hohen Sendemastes. Nicht selten stehen dort Fernblick-Touristen, lassen Drachen steigen oder sitzen einfach im Auto und gucken ins Weite. Es soll Witzheldener geben, die sich an der Aussicht niemals satt sehen können. Längst schon werden von hier keine Fernsehsendungen mehr ausgestrahlt, nur noch die Feuerwehr und Mobilfunksender schicken ihre Nachrichten aus. Und dann gibt es ja noch den Betonturm mit seinen Richtfunkantennen am Sportplatz. Auch wenn die große Zeit der Funktürme passé ist, so sind sie wie Leuchttürme fürs Höhendorf, denn der Witzheldener sieht von weitem immer, wo er zu Hause ist. Der liebevoll restaurierte Steinhauser Hof steht zwar wegen der Wirtschaftsflaute nahezu leer, ist aber dennoch ein vorbildliches Beispiel dafür , dass man selbst einen verfallenen Bauernhof nicht abbrechen muss, sondern in die Neuzeit retten kann. Der neue Supermarkt an der Solinger Straße ist auch so ein Zeichen des fast trotzigen Durchhaltewillens, des unbedingten Glaubens an die Zukunft Witzheldens. Während der Einzelhandel in manch vergleichbarem Dorf längst die Segel gestrichen hat, ist der Pioniergeist auf dem Berg nicht erloschen. Das Dorf lebt. (mit rar) |
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Jubiläumsfest Witzhelden feiert 825-Jähriges Witzhelden wird 825 Jahre alt. Das feiert die Stadt mit einem Volksfest. Aussteller belagern den gesamten Dorfkern, Gesangsvereine und Tanzgruppen bieten ein Bühnenprogramm und zum ersten Mal öffnen die Geschäfte auch am Sonntag.
Am Handwerkermarkt beteiligen sich Schmiede, Schleifer, Weber und Buchbinder, Dachdecker, Graveure, Zimmerer und Gartenbauer, Hutmacher, Seiler und Töpfer. Das Bühnenprogramm auf dem Marktplatz bestreiten vor allem heimische Gesangsvereine und Tanzgruppen, die „Weibs-Bilder“, die Bands „Generic Groove“, „Chapter Eleven“ und „So What“, die Theatergruppe „Hexenkessel“, „Swing & More“ und eine Überraschungsband als Hauptattraktion, deren Konzert um 17 Uhr beginnt. In der Kirche am Markt musizieren „Con Dios“, Gesangsensembles, Saxophon- und Dudelsackspieler. Ausstellungen in der evangelischen Kirche gelten dem „Arbeitsleben in Witzhelden“, der Geschichte des Erntedankfestes und dem aus Witzhelden stammenden Komponisten Johann Wilhelm Wilms. Der verkaufsoffene Sonntag ist der erste in der Geschichte des Witzheldener Einzelhandels. „Walking Acts“ und Musikgruppen wandern durch die Geschäftswelt, Zauberer, Jongleure und Luftballonkünstler. Auf einem 40 Meter hohen Kran können Fotografen in die Höhe gehen, im Biergarten spielen „Vino Rosso“. Auf drei Spielplätzen warten Attraktionen für Kinder. Auf dem Hof der Grundschule gibt es einen großen Flohmarkt. Historische Führungen durch das Höhendorf leitet Heimatforscherin Helga Meisen. Treffpunkt ist um 15.30 und 17.30 Uhr der Eingang zur evangelischen Kirche. (hgb) |
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Kölner Stadtanzeiger vom 13.5.09 |
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Leverkusen: Päpstlicher Segen Politik am Wirtshaus-Tresen SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009 Leverkusen (RP) Erstmalig erwähnt wurde das Höhendorf vor 825 Jahren in einer päpstlichen Urkunde. Am Rande des Konzils von Verona bestätigte Papst Lucius III. am 14. Oktober 1184 eine Schenkung des Edelherrn Ulrich von Hemmersbach an das Zisterzienserkloster Himmerode. Unter anderem wechselte damit auch ein Landgut mit dem Namen "Withseleden" den Besitzer. "Da haben eine ganze Reihe von Bischöfen und Kardinälen unterschrieben, auch einer von Castel Gandolfo – das hört man sonst ja nur, wenn der Papst in Urlaub fährt", sagt Helga Meisen schmunzelnd. Dass ein solcher Vorgang vom Papst bestätigt werden musste, scheint aus heutiger Sicht erstaunlich. "Die Kirche war quasi das erste globalisierte Unternehmen", erklärt Dr. Ulrich Braun. Der Apotheker und Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) Witzhelden hat eine Kopie der Urkunde im Schaufenster seiner Apotheke in der Hauptstraße ausgestellt – wer einen Blick auf das Dokument werfen möchte, kann dies dort tun. WITZHELDEN (sku) Zur Geschichte eines Ortes gehören immer auch kleine Erzählungen und Anekdötchen, die oft über viele Jahre von Mund zu Mund weitergegeben werden. Helga Meisen und ihre Mitstreiter haben einige dieser Anekdoten gesammelt und aufgeschrieben. Sperrstunde auf dem Bierdeckel In den 1960er Jahren ging es im Witzheldener Gemeinderat oft hoch her, es wurde lang und heftig diskutiert. Anschließend trafen sich die Ratsmitglieder regelmäßig in der Gaststätte "Zur Post" oder in der "Kaiserhalle", wo die Diskussionen weitergingen. Viele Ratsmitglieder gaben zu: "Die wichtigsten Entscheidungen wurden sowieso am Tresen getroffen." Nach einer besonders turbulenten Sitzung wies der Wirt die Politiker um ein Uhr morgens auf die Sperrstunde hin – per Verordnung durfte nach dieser Uhrzeit im Höhendorf nicht mehr ausgeschänkt werden. Davon wollten die gerade in Fahrt gekommenen Ratsmitglieder sich aber nicht abhalten lassen. Und so kritzelte Gemeindedirektor Otto Göckemeyer kurzerhand ein paar Zeilen auf einen Bierdeckel, unterschrieb – und hatte damit die Sperrstunde auf zwei Uhr verschoben. Stricke für den Völkerbund Nach dem Ersten Weltkrieg war auf Initiative des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson der Völkerbund geschaffen worden, Vorläufer der Vereinten Nationen. Mit dessen Arbeit war der Witzheldener Ernst Haag offenbar wenig zufrieden: Er verschickte in den 20er Jahren insgesamt 1001 grün gefärbte Hanfkordeln. 400 Stricke gingen nach Genf zum Sitz des Völkerbundes, 600 Stück an die Mitglieder des Reichstags in Berlin und einer an den Reichspräsidenten – verbunden mit der drastischen Aufforderung an die Politiker, sich an diesen Stricken aufzuhängen. Die Pakete kamen wieder zurück, der Absender wurde für die Aktion aber nicht belangt. Auf den Hund gekommen Der Verkehrs- und Verschönerungsverein bat einst die Gemeinden Leichlingen, Höhscheid und Witzhelden um Spenden, um an den Wupperhängen ein Denkmal für den Rüden zu errichten, der einmal einen Jungherzog von Schloss Burg bei der Jagd vor dem Tode rettete. Als der Gemeinderat über den Antrag abstimmen sollte, äußerte sich der Bürgermeister zunächst positiv. Ein Sprecher der Konservativen wiegelte jedoch ab: "Ich halte dagegen, dass wir in Witzhelden schon lange auf den Hund gekommen sind, ohne noch für den Hund zu spenden." Der Antrag wurde abgelehnt, der Rüdenstein konnte bekanntlich trotzdem errichtet werden. Diese und weitere Anekdoten finden sich auch im Internet: www.witzhelden-web.de |
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Rheinische Post vom 14.5.09 |
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Als im Höhendorf alles in Butter war VON SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009 Leverkusen (RP) In Witzhelden wird am Wochenende 825-jähriges Bestehen gefeiert. Unter Mithilfe der lokalhistorisch interessierten Helga Meisen und Ralf Hasenjäger wirft unsere Zeitung in einer Serie einen Blick in die Geschichte des Höhendorfes – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Denn Witzhelden ist ausgesprochen reich an Anekdoten und Besonderheiten. Witzhelden Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte Witzhelden sich als "Butterdorf" einen Namen. Gastwirt Johann Peter Fromm aus Kuhle kam auf die Idee, von Kleinbauern Butter aufzukaufen und mit Gewinn weiter zu vertreiben. "Bei der Vermarktung sollten seine neun Töchter helfen", erzählt Helga Meisen. Zwei dieser Töchter heirateten junge Männer aus den Familien Heinrichs und Blasberg, die ebenfalls ins Buttergeschäft einstiegen. "Gerade die Familie Blasberg hat das bis zur Perfektion gebracht", sagt Meisen. Die nötigen Fette kamen damals mit der Bahn in Hilgen an und mussten mit Pferdewagen zur Weiterverarbeitung nach Witzhelden gebracht werden. "Angeblich ist sogar Butter aus Sibirien hier verarbeitet worden, aber das ist nicht belegt", berichtet Meisen. Ein Problem für den Butterhandel war die Abgeschiedenheit des agrarisch geprägten Witzheldens. Gustav Marquardt, Bürgermeister von 1907 bis 1930, setzte sich gegen viele Widerstände für die Modernisierung und den Ausbau des Straßennetzes ein. "Damit hat er die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Witzheldens gelegt", unterstreicht Ralf Hasenjäger. Ab 1913 wurde der regelmäßige Busverkehr zu den umliegenden Städten und Gemeinden eingerichtet, vorher war Witzhelden nur zu Fuß oder mit der Postkutsche zu erreichen. In diesem Zusammenhang entstand die Firma Wiedenhoff. "Das war ursprünglich ein Transportunternehmen, unter anderem wurde eben auch Butter transportiert", sagt Helga Meisen. 1924 übernahmen Leo und Otto Wiedenhoff den Personenverkehr auf der Linie Hilgen-Witzhelden-Solingen-Widdert. Den Bedeutungsverlust der Witzheldener Butterproduzenten konnte dieser Ausbau der Infrastruktur jedoch nicht aufhalten. Schon während des Ersten Weltkriegs hatte die Produktion gedrosselt werden müssen, ein "Reichsfettkommissar" kümmerte sich zentral um die Verteilung dieses wichtigen Lebensmittels. Nach Kriegsende wurde die Produktion wieder aufgenommen. "Aber auch einige Burscheider sind darauf gekommen, dass dies eine gute Idee sei – und die hatten mit ihrer Bahnlinie einfach eine viel bessere Verkehrsanbindung", erklärt Meisen. Prompt kam der Butterhandel im Höhendorf Anfang der 1960er Jahre zum Erliegen. |
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Rheinische Post vom 14.5.09 |
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Bewerbung als Luftkurort Witzhelden (sku) Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Witzhelden als Naherholungsgebiet beliebt – auch wenn es niemals solche Besucherrekorde erreichte wie das benachbarte Leichlingen, in das im Frühjahr tausende Ausflügler strömten, um die Blütenpracht der Obstbäume zu bewundern. "Aber Witzhelden war immer schon ein beliebtes Wandergebiet", sagt Heimatforscherin Helga Meisen. Auf Postkarten bewarb sich das Höhendorf gar als "Luftkurort". "Wer auch immer diesen Titel vergeben hat", erzählt Meisen schmunzelnd. Entfernungen in Fußstrecken Aufschlussreich ist auch ein Auszug aus einem Fremdenführer der damaligen Zeit, der im Moment im Schaufenster der Soma-Apotheke von Ulrich Braun ausgestellt wird. Dort wird Witzhelden als typisch bergischer Ort im Grünen angepriesen. Interessant: Die Entfernungen sind dort in Fußstrecken angegeben. Eineinhalb Stunden Fußmarsch brauchte ein Zeitgenosse von der Luftschiffhalle in der Balker Aue bis ins Höhendorf. Auch die traditionelle Witzheldener "Reisbreikirmes" wurde genutzt, um Besucher ins Höhendorf zu locken. Eine Kirmes gab es dort schon lange, 1453 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. In den 1920er Jahren wurde diese Tradition wiederbelebt. Irgendwann kamen die örtlichen Wirte auf die Idee, auch die im Umland beliebte Bergische Kaffeetafel anzubieten, inklusive des typischen Reisbreis. Zur besseren Vermarktung erhielt die Veranstaltung dann auch den passenden Namen. Die Kirmes findet heute noch statt, immer am 3. Wochenende im Juli. Reisbrei gibt es dabei allerdings nicht mehr. "Außer vielleicht privat – meine Mutter hat das zum Beispiel immer noch gemacht", erzählt Helga Meisen. Klar ist auch: "Wirtschaftlich hat der Tourismus immer eine nachrangige Rolle gespielt", sagt Heimatforscher Ralf Hasenjäger. Dennoch waren Besucher von jeher angetan von dem schmucken Höhendorf. Bei schönem Wetter bezeugen dies die Staus am Witzheldener Marktplatz. "Und als 'hochalpiner' Teil Leichlingens stürzen sich im Winter bei Schnee die Besucher aus den umliegenden Ortschaften auf jede abschüssige Wiese", erzählt Hasenjäger. "Es gibt diesen Tagestourismus, man müsste vielleicht versuchen, diese Dynamik stärker zu nutzen und die Leute ein bisschen an Witzhelden zu binden", sagt er nachdenklich. |
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825 Jahre Witzhelden – ein Dorf in Feierlaune VON SEBASTIAN KUNIGKEIT Leverkusen (RP) Das hat es in Witzhelden in dieser Dimension noch nicht gegeben. Das ganze Höhendorf war am Sonntag auf den Beinen, um das 825-Jahr-Jubiläum des Ortes zu feiern. Ob Einzelhändler, Vereine oder Privatleute, jeder trug seinen Teil zu der gelungenen, von der Rheinischen Post mitgesponserten Feier bei. Der Anblick war beeindruckend: Ausgehend vom Marktplatz, dem historischen Zentrum des Ortes mit dem charakteristischen "Alten vom Berge", breitete sich das Fest sternförmig in alle Richtungen aus: Vom Kirmesplatz bis zur Solinger Straße, überall war etwas los. Die zahlreichen Besucher konnten so auf eine interessante Entdeckungsreise durch das Dorf gehen – auch manche sonst verschlossene Nebengasse war geöffnet worden, bis in verwinkelte Hinterhöfe zogen sich die Stände. Die Weitläufigkeit machte den Besuch des Witzeldener 825-Jahr-Festes zu einem angenehm entspannten Erlebnis. Und unterstrich gleichzeitig die Vielseitigkeit des Höhendorfs: Ob Einzelhändler, Vereine oder Privatleute, jeder trug seinen Teil zu der gelungenen Feier bei. "Das ist toll, wie liebevoll die Witzheldener alle mitgezogen haben", sagte Ute Gerhards, Stadtsprecherin und Organisatorin des Festes. "Das ist nicht alltäglich, aber typisch für Witzhelden", ergänzte Bürgermeister Ernst Müller. Aufbau im strömenden Regen "Hoffentlich wird es besser", das war am Vormittag noch das Mantra der Organisatoren und Aussteller, die im strömenden Regen ihre Stände aufbauen mussten. Petrus hatte ein Einsehen: Nachmittags blieb es trocken, teilweise kam sogar die Sonne heraus – und lockte noch mehr Besucher an. Bis zu 20000 Besucher schätzte Ute Gerhards. Eine kleine Völkerwanderung bewegte sich am frühen Nachmittag aus verschiedenen Richtungen auf das Höhendorf zu. Die rechte Fahrspur der L294 aus Richtung Leichlingen diente ab Metzholz als Parkplatz. Viele nutzten von hier aus den Service des Bürgerbusvereins, der einen Pendelbus einsetzte. Im Dorf angekommen, gab es viel zu sehen, hören, schmecken und zu erleben. Beim historischen Handwerkermarkt ließen sich zahlreiche Handwerker aus Witzhelden, Leichlingen und Umgebung über die Schulter gucken. Die Geschäftsleute hatten sich zum ersten verkaufsoffenen Sonntag im Höhendorf einiges einfallen lassen. |
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Rheinische Post vom 19.5.09 |
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Rheinische Post vom 18.5.09 |
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825-Jahrfeier 600 Chroniken, alle verkauft Von Stefanie Jooß Etwa 15.000 bis 20.000 Besucher sind zum Jubiläumsfest des 825-jährigen Bestehens Witzheldens gekommen. Unerwartet viele Gäste beteiligten sich auch an der Knochenmark-Typisierung: 270 neue Spender sind in der Kartei. Die Witzheldener haben die Fahnen gehisst: Das Volksfest zum 825-Jährigen war trotz des Regens ein toller Erfolg. (Bild: rar)Leichlingen - Etwa 15.000 bis 20.000 Besucher sind am Sonntag zum Jubiläumsfest des 825-jährigen Bestehens Witzheldens gekommen. Am Morgen hätten die Aussteller und Veranstalter noch gebangt, dass dem Markt wegen des regnerischen Wetters die Gäste ausbleiben, sagte Ute Gerhards, Sprecherin der Stadt Leichlingen. Nach den ersten, eher schleppend verlaufenden Stunden wurde das von ihr organisierte Fest dann aber doch zum erwarteten Erfolg. Aus allen Richtungen strömten die Gäste ins Höhendorf. Auch die Aussteller hielten trotz des vorhergesagten Regenwetters durch: Nur zwei hatten ihre Teilnahme am Handwerkermarkt abgesagt. Unerwartet viele Gäste beteiligten sich auch an der Typisierungsaktion, die die Geschäftsleute der Aktionsgemeinschaft Witzhelden (AGW) initiiert hatten: 270 Menschen ließen sich in den Räumen des Busunternehmens Wiedenhoff Blut abnehmen und als Stammzellenspender für Leukämiekranke registrieren. Heiß begehrt war die Chronik, die Stadtarchivar Uwe Boelken zur 825-Jahr-Feier verfasst hatte. Alle 600 Exemplare des in limitierter Auflage gedruckten Buches sind am Sonntag bereits verkauft worden. Bis gegen 21 Uhr feierten die Witzheldener mit ihren Besuchern auf dem Markt. Dann musste die Veranstaltung beendet werden, um die Bühne abzubauen und die Dorfmitte wieder in ihren Normalzustand zu versetzen. Ein großes Lob richtet Ute Gerhards an alle Helfer und an die Anwohner in Witzhelden: Alle hatten - bis auf eine Ausnahme - für den Sonntag ihre Autos von öffentlichen Flächen im Dorf entfernt. |
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Kölner Stadtanzeiger vom 18.5.09 |
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In Witzhelden ging gestern so richtig die Post ab Witzhelden. Wer gestern das Jubiläum „825 Jahre Witzhelden“ miterleben wollte, hatte sich das richtige Reiseziel ausgesucht. Im „Höhendorf“ ging den ganzen Tag über so richtig „die Post ab“, auch wenn am Morgen der Regen ein wenig die Stimmung drückte. Aber am Nachmittag platzte der Witzheldener Ortskern bei strahlendem Sonnenschein aus allen Nähten. Gelockt wurde die Besucherschar aus dem weiten Umkreis nicht nur durch den verkaufsoffenen Sonntag, sondern vor allem vom Handwerkermarkt, der mit 110 Ausstellern so gut bestückt war, dass sich jeder vom Filzhut bis zu gläsernem Schmuck eindecken konnte. Außerdem gab es ein Non-Stop-Bühnenprogramm, überall war für Speis und Trank gesorgt. Es gab nicht nur den traditionellen Reisbrei, auch Schwertbraten und andere Köstlichkeiten standen auf der Speisekarte. Die Volksfest-Atmosphäre kam nicht von ungefähr. Das Ortsjubiläum hatte praktisch alle Bewohner mobilisiert, und alle zogen an einem Strang. Dabei bekam die mit der Organisation beauftragte Ute Gerhards (Stadt Leichlingen) von allen Seiten großes Lob für ihren Einsatz ausgesprochen. Holger Wiedenhoff, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Witzhelden: „Das Wir-Gefühl hat alle mitgerissen, und mit den Einnahmen für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei tun wir etwas Gutes, um für Leukämiekranke geeignete Spender zu finden.“ Im Wiedenhoff-Ladenlokal hatten bereits am Nachmittag über 150 Menschen Blut gespendet, um sich unter Aufsicht des aus Solingen stammenden Opladener Chefarztes Dr. Dirk Wassenberg typisieren zu lassen. Prominente Knochenmarkspender schrieben Autogramme Janine Karthaus war für den Knochenmark-Spenderclub im Einsatz. Sie hatte das Glück, dass im letzten Jahr mit ihren Blutwerten ein Empfänger gefunden werden konnte. Die in der Fernseh-Vorabendserie „Alles was zählt“ beschäftigten Schauspieler Madlen Kaniuth und Tom Barcal schrieben fleißig Autogramme, nachdem sie sich auch hatten typisieren lassen. Während Axel Lüsebrink mit seinem Trecker zur Planwagenfahrt aufbrach, standen vor dem Kran, der aus 30 Meter Höhe Witzhelden aus der Vogelperspektive zeigte, Warteschlangen. Blumenhändlerin Sabine Bode bastelte mit den Kindern kleine Gestecke, und Zahnarzt Christoph Müller durfte man „privat besuchen“, konnte sich in den Zahnarztstuhl legen und auf den ausgehängten Bildern die letzten 30 Jahre Witzhelden nacherleben. Das war auch mit dem Bildband zum Jubiläum möglich, der ebenfalls reißenden Absatz fand. |
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Solinger Tageblatt vom 18.5.09 |